Der mystische Strom

 … die Antwort aller Jahrhunderte … aller Universen und Galaxien.

Die Seele auf ihrer Wanderschaft, jahrtausende Erfahrungen hat sie gesammelt und dabei oftmals nicht nur eine Religionsform, sondern all jene, die erschaffen wurden, auf der schier endlosen Suche nach Wahrheit und nach dem Sinn unserer Existenz gelebt, in der Hoffnung einer Ankunft.

In allem innewohnend, in allem was erschaffen und gelebt wurde, ergab es uns keinen Sinn. Immer wieder aufs Neue keimen drängende Fragen in der Menschheit auf, was unsere Herkunft betrifft.
Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was liegt in all dem dazwischen? Wo fangen wir an oder wo enden wir?
Kaum einer hat die Antwort in sich und ist mehr oder weniger immer noch in einer DU Form, in einer ICH Präsenz, die sich ewiglich erforscht.

Dabei geht der Mensch meist nur auf zwei Ebenen auf seine Suche. Die eine ist die institutionelle Ebene wie z.B. Kirchengemeinschaften oder Glaubensgemeinschaft. Die zweite Ebene ist die intellektuelle wie z.B. Metaphysik, Psychologie oder Theologie.
Dies beantwortet sicher vieles und ist wegweisend und hilfreich, doch ebenso hindert es den Menschen daran, loszulassen, alle Vorstellungen von Frieden, Ankunft, Heimkehr und Gott. In allem aber, jeder Religion, jeder Ebene, die der suchende Mensch erforscht, gibt es eine  unerforschte Ebene. Jene ist nicht ersichtlich und somit nicht rational belegbar.

Die mystische Ebene, der mystische Strom, er ist der Odem, der uns alle suchend sein lässt. Er ist nicht findbar – nicht in Büchern, in nicht einem einzigen, nicht in Studien oder  Experimenten. Er ist ein Nichts – nicht sichtbar. Er ist so mystisch. dass er in vielen Menschen eine eigene Vorstellung kreiert hat. Dabei ist er jenseits aller Vorstellungen.

Viele Glaubensgemeinschaften oder Kirchen haben sogar Angst vor dieser unsichtbaren Ebene, die alles durchdringt. Sie nehmen den Suchenden auf, halten ihn aber mit Regeln oder Dogmen fest an der Wasseroberfläche – alles in seichtem, überschaubarem Wasser.

Denn wenn sie loslassen bestünde die Gefahr von Tiefgang und somit Verlust der Macht.

Dies ist keine Bewertung, es entspricht der Welt in der wir alle Mitgestalter sind.
Aus nur einem Grunde sind wir hier auf der Erde – um zu leben und dabei zu lernen das Leben im selben Moment wieder loszulassen. Frei zu werden von allen Vorstellungen, die der Intellekt uns gibt, den schon lange hat er die Vorherrschaft über uns übernommen.

Mystik dagegen ist ein Befreien von jeder personellen Form, ein loslassen des Individuellen. Wie ist das möglich dieses zu erfahren? Hier liegt die Antwort. Es wird erfahren, wenn jede persönliche Wunschvorstellung beiseite tritt und der Mensch sich in einer freundlichen Form für seinen Nächsten interessiert. Nicht um ihn in einen Wert zu stellen, nein, vielmehr ihn wahrzunehmen in allem was er ausdrückt durch sich. Man nennt diese Kraft auch Mitgefühl. Aus ihr heraus verliert jeder Mensch seinen Egoismus, den jener ist die Macht, die Menschen von gelebter Spiritualität abhält.

Wir alle sind Nichts und dennoch Alles. Am Ende unseres Lebens haben wir alle nicht mehr als ein Hund oder ein Esel. Wenn wir das Leben rationell verstehen wollen, führt es uns immer wieder in Enttäuschungen, die uns noch wilder suchen lassen nach dem Sinn.

Wir sind eine Welle, die aus vielen Wassertropfen gebildet wird. Jeder einzelne Wassertropfen kommt aus dem großen Ozean, den wir Gott nennen – und wir fließen auch dorthin wieder zurück, wenn wir loslassen, um in den Ozean zurückzukehren.

Dieses Eintauchen, das ist Mystik. Es ist ein Ende eines Anfangs. Der Anfang war das Leben, mit all seinen Fragen. Das Ende ist das Aufgeben aller Fragen. Einem Mystiker ist es egal,  wer er ist, wie oft er gelebt hat – er ist im Ozean und taucht dort bereits ein. Er braucht keinen Sinn, weil er im Nichts angekommen ist. Kein Mensch kann dies finden im Außen.

Durch ein rechtschaffenes Leben im Mitgefühl und Achtsamkeit im Umgang mit der ganzen Schöpfung, wird der Intellekt schrumpfen und Platz schaffen für den Mystischen Strom, welcher die Antwort auf jedes Leben bringt.
Lassen wir los, schwimmen wir nicht mehr im seichten Gewässer – wir tauchen ein. Wir sind  Nichts